Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. Mai 1948 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. 30.V.48.
M. l. H. Nach einem kühlen Sonntagsgewitter möchte ich Dir noch diese Karte schicken als Dank für den lieben Brief [über der Zeile] nach Karte, der schon recht sehnlich erwartet wurde, denn mir schwahnte so etwas von eventuellem Mißbefinden. Zum Glück scheint es ja aber überwunden. Von mir habe ich nur Gutes zu berichten: der Zusatz ist erneuert, das "ev." Essen war bis zuletzt gut, (schade, daß es aufhört!) statt dessen habe ich seit gestern eine ganz eilige Arbeit für die Augenklinik. Da war ich heut andauernd damit beschäftigt, nur zum geschenkten Bohnenkaffee hatte ich eine ausgebombte Frau aus Bochum bei mir, die ich durch die "Rose" kennenlernte, die sehr schwerhörig und offenbar sehr allein hier ist. So kam ich um die gewohnte Schreibezeit. –  – Ob es bei Euch auch so unfreundlich ist, sodaß der sonntägliche Spaziergang ausfallen mußte? Diese Erholung ist doch so notwendig für Dich! –  – Am Donnerstag (Fronleichnam) kam Helga Saß, Hermanns Jüngste, hier durch und ich sprach sie 10 Min. an der Bahn. Zurück wird sie leider auch durchfahren und um 4 Uhr nachts gehe ich natürlich nicht an die Bahn. Ich bin zur Hälfte froh, daß Du den Plan von Durand nicht glatt ablehnst, zur Hälfte fürchte ich für meine alten Vorrechte hier! Laß Dich doch nur nicht darauf ein, daß andre Dir Logis hier verschaffen. Übrigens Kümmelbacher, Stifts etc. sind alle nicht
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| mehr fürs allgemeine Publikum. Wie ist es übrigens, soll ich D. D. Deine eventuelle Bereitwilligkeit mitteilen? Er sprach übrigens von einer Tagung, ich verstand aber nicht, ob dazu Dein Vortrag nur der Höhepunkt sein sollte. Mehrere Tage wären sicher eine sehr dankenswerte Gabe, die man wohl nur nicht beanspruchen wollte. Soll die Frage ruhen, bis Du via Mainz hierher kommst? –  – Was will R. G. Günther, braucht er mal wieder Deine Hilfe? –
Von dem, was ich im Mai aufarbeiten wollte ist noch viel zurückgeblieben. Vor allem drücken mich die Pakete, die fortsollen! – Heut also nur noch viele, viele Grüße und beste Wünsche. D. K.