Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Juni 1948 (Heidelberg)


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Donnerstag. 24.VI.48.
Mein lieber, einziger Freund!
Rasch, ehe ich zur Arbeit fortgehe, muß ich Dir noch einige Zeilen schreiben und Dich bitten, all das zu fühlen, was ich in der Hast der Gegenwart nicht in Worten ausdrücken konnte. All mein ständiges Denken ist an Dich gerichtet, und es dreht sich nicht um die Äußerlichkeiten. Wenn ich etwas mehr Ruhe habe, werde ich Dir mal wieder einen richtigen Brief schreiben, wonach ich großes Verlangen habe. Aber in der letzten Zeit hieß es immer nur: was muß unbedingt sein, um einigermaßen durchzukommen.
In Liebe und Sorge und Dankbarkeit nur für Dich lebe ich noch willig trotz aller Unzulänglichkeit.
Deine
Käthe.