Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. Februar 1949 (Tübingen)


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Tübingen, 8.II.49.
Meine einzige Freundin!
Du siehst am Bleistift, daß die Grippe auch mich gefaßt hat. Sie hat es getan am 4.II. pünktlich 10 Uhr. Ich habe abends noch Seminar gehalten und hoffte mit den freien Tagen Samstag bis Montag auszukommen. Aber so gefällig ist sie diesmal nicht. Ich habe heute früh ausfallen lassen müssen und mache das Weitere von dem Arzt abhängig, der heute Nachm. kommen will. So einen zu finden, ist für mich schon ein Kunststück. Die Temperatur ist bisher – soweit gemessen – nicht über 37,5 hinausgegangen. Aber es ist wenig Unternehmungslust da, und das Ausruhen können bringt mir zum Bewußtsein, wie völlig abgetrieben ich war.
Ich wünsche dringend, daß Du diesmal
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| nicht mitmachst. Wenn Du noch in der Klinik zu tun hast, ist immer das bedenkliche Fahren dabei. Bei mir fällt das weg; trotzdem kommt so etwas – aus heiler Haut.
In den nächsten 3 Tagen kommt keine weitere Nachricht. Bitte nicht in Sorge zu sein. Sonst nichts Neues von Belang.
Viel innige Wünsche u. Grüße
Dein
Eduard.

[] Im Moment des Zuklebens kommt das Paket. Vielen herzlichen Dank zunächst generell.