Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. November 1949 (Tübingen, Postkarte)


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9.XI.49.  M. L!  Diese Karte liegt seit langem adressiert da. Warum soll ich sie nicht für eine Zwischennachricht benutzen? Für Dielbach hast Du mal wieder das ungünstigste Wetter erwischt. Hast Du am Sonntag 8.50 das Erdbeben gespürt?  –  Ich habe die Vorlesung (Deutscher Idealismus) begonnen. Nach anfänglich normaler Besetzung war das Maximum heute in der 3. Stunde stark überfüllt. Auch das Seminar hat schon angefangen. Eine große Freude: der Dr. Kopp aus Bad Nauheim, einer meiner aussichtsreichsten Schüler, ist nach 4 Jahren russischer Gefangenschaft wieder bei s. Familie eingetroffen, und als erster Deutscher hat er vom ersten Tage an da weitergearbeitet, wo er um 1942/3 aufgehört hat. Im gleichen Lager war ein anderer Promotus, Dr. Schlaak. Der ist noch nicht da; es soll ihm aber gut gehen. – Wir sind am Samstag von Entringen über Hohen-Entringen zurück gegangen 2¾ Stunden. Das kann ich also noch. Unser neuer Student ist ein ehemaliger Offizier höheren Alters, Herr v. Mutius. Seine Frau u. Kinder wohnen in Heidelberg, Wieblinger Weg. Ist Herr Matussek wieder da? Grüße ihn schönstens.
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| Bei uns war die Tochter des uralten Mediziners Gaupp, Leiterin eines Kinderkrankenhauses in Stuttgart. Sympathische Bekanntschaft. Mit neuesten Dissertationen habe ich viel Mühe. – Unser H. bleibt ein seltsamer Kauz. Eigentlich war er es schon 1890/1. Er wird ja wohl mal mit ihr bei Dir auftauchen.
Herzlichste Grüße und Wünsche
Dein Eduard.