Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 28. Mai 1949 (Heidelberg)


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Heidelberg. 28.V.1949
Mein liebes Herz!
Verzeih, wenn ich Dich schon wieder mit dem Reiseprojekt belästige. Leider kann ich Dir da keine erschöpfende Auskunft vermitteln. Die Antwort aus Wimpfen ist recht unzureichend, denn sie gibt weder einen Pensionspreis an, noch ob das Gasthaus in Wimpfen Tal oder Berg gelegen ist? Ich hatte allerdings nur angefragt, ob überhaupt in einem dortigen Hotel Gäste in Logis genommen werden. – Über Maulbronn konnte ich im hiesigen Reisebüro überhaupt nichts erfahren. Es wurden nur zwei Gasthöfe genannt, wovon eins den Namen "Kloster-Post" hat.
Willst Du nun auf alle Fälle mit Wimpfen einen Versuch machen? Man könnte es ja im Notfall als Tagestour betrachten und dann doch hier vor Anker gehen. Ich schreibe dorthin einfach, daß ein
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| definitiver Bescheid vorläufig nicht gegeben werden kann wegen der ungenauen Angaben.
Maulbronn liegt ja verkehrsmäßig sehr ungünstig für Dich, so sehr ich mich freuen würde, wenn Du es kennen lerntest. Aber auch Wimpfen wäre reizvoll. Oder hast Du sonst noch einen Plan?
Heute ist solch strahlender Sonnenschein, daß es mich mächtig ins Freie lockt. Und doch möchte ich den Himmel bitten, daß er seine Freundlichkeit für die Woche nach Pfingsten aufhebt!
Dieser "Neckarblick" ist vermutlich von sehr bescheidenem Niveau und es wäre wohl gut, es erst in Augenschein zu nehmen.
Inzwischen wünsche ich Dir befriedigende Tage und erfreuliche Eindrücke. Auch als Musikkritiker wirst Du beansprucht? Ich freue mich hier oft an allerlei Nachrichten über den "bekannten Philosophen". –  –
Sei herzlichst gegrüßt mit Susanne und Ida von
Deiner
Käthe.