Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Februar 1950 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

23.II.50.
abends.
Meine einzige Freundin!
Mit müder Hand, aber mit heißem Herzen grüße ich Dich noch einmal zu Deinem Geburtstage. Statt eines Buches, erhältst Du diesmal nur "Fressalien".
Der Aspekt meiner Reise hat sich inzwischen zwar sehr geändert. Aber es bleibt dabei. Kippenberg hat heute telegraphiert, er sei schwer erkrankt, lege die Präsidentschaft der Goethegesellschaft nieder und sage die Sitzung ab. Dadurch bin ich nun Präsident der Goethegesellschaft. Um 11 habe ich nach Weimar telegraphiert, ich würde trotzdem zur Sitzung nach Weimar [über der Zeile] Wiesbaden kommen. Unabhängig davon telegraphierten die Weimarer (eingetroffen um 15), sie kämen auch. Also ist alles klar.
Demgemäß komme ich, wenn mich mein Fahrplan nicht trügt, am 27.II um 12.10 durch Heidelberg durch. Ich würde Dir aber nicht raten, auf den Bahnsteig zu kommen. Es macht Dir Mühe und lohnt die Mühe nicht. Hingegen
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| versuchst Du vielleicht, für Mittwoch zu Donnerstag und ev. auch Do. bis Freitag früh in der Rose ein Zimmer für mich zu bekommen. Glückt das nicht, so wende Dich telephonisch an Quelle u. Meyer, Bergheimerstr. 68, sie sollten mir für die 2 Nächte eine geeignete Unterkunft beschaffen. Kein eignes Herumlaufen, bitte!!
Alles Weitere kann ich nun wohl bis zu unsrer Begegnung verschieben. Für diese ist Vorschrift: kein Köcheln! Wir können alles in der "Rose" sehr gut haben, auch wenn ich dort nicht wohnen sollte. Jede Anstrengung und Wehrhahnerei muß von Dir ferngehalten werden. Allenfalls eine Tasse Kaffee darfst Du machen, wenn Du willst.
In herzlicher Vorfreude und Gedenken zum 25.II.
Dein
Eduard.