Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 7. Oktober 1950 (Konstanz, Postkarte)


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Konstanz, 7.X.50.  M. L!  Am Mittwoch haben wir noch Stettbachers besucht. Donnerstag früh sind wir v. Z. abgefahren, zunächst 4 Stunden in Winterthur geblieben (Dejung, Lothar Kempter). Von dort nach Kreuzlingen; 1 Stunde angenehmer Besuch bei Binswanger u. Familie. Um 19 Uhr in Konstanz. Gestern früh (wie heute) starker Nebel, der sich gestern erst nach 12 lichtete – dann Sonne. Wir fuhren um 10½ nach Station Reichenau, gingen über Damm nach Oberzell, Mohren. Dort wurden wir noch ungemeldet von Hannelore Kunkel erkannt. Bald kam auch der bebrillte Herr Fr. Vor 1 Monat hat der Saal bei einer Kinovorstellung gebrannt, großer Schaden im ganzen Hause. 2 Monate nach Emmys Tode ist ein kl. Mädchen angekommen. Diese Kind verspricht das Beste. Wenn man es in den Arm nimmt, lächelt es nicht etwa, sondern schüttet sich aus vor Gelächter. Auch Kunkel zeigte sich. – Nach dem Essen Friedhof – ein Grab mehr. Kirche wird Turmdach neu gedeckt. Weg nach Unterzell. Zurück zu Christel, immer gleich ruhig und zufrieden.
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Noch einmal "Mohr". Ich habe mir die neuen Zimmer angesehn. Schiffslände. Dampfer bei untergehender Sonne bis Konstanz, wo wir sehr gut u. teuer in der "Krone" wohnen, da Hecht beschlagnahmt. Heute 15.39 Heimreise. Alle haben spontan nach Dir gefragt und lassen herzlich grüßen. Ich danke noch für die Karte nach Zürich
<li. Rand S. 1>
Innigste Grüße
Dein Eduard.

[li. Rand S. 2] Die Bundespost verkauft Karten, auf denen man nicht schreiben kann.