Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 29. Dezember 1950 (Tübingen, Postkarte)


[1]
|
<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

29.12.50.
Meine einzige Freundin!
Die 1½ Tage, die ich habe zu Bett liegen müssen, haben meine Zeiteinteilung sehr unangenehm durcheinandergebracht. Denn für diese "Ferien" war wieder einmal jede Stunde berechnet. Anscheinend habe ich von dem einzigen Spaziergang – 2 Stunden bei Schneefall nach Kirchentellinsfurt – wieder eine Schädlichkeit mitgebracht.
Es wird vorsichtig sein, wenn wir unser Zusammentreffen nun auf Samstag, den 6. Januar verlegen, der ja auch als Feiertag zählt. Bei allzu kaltem Wetter werden wir uns noch vorher, telegraphisch, verständigen. Andernfalls soll es bei den Zügen bleiben. Früher abbrechen können wir im Notfall immer. Es ist von vornherein nicht auf die Schönheiten von Mühlacker angekommen, sondern auf die Möglichkeit, etwas zu besprechen.
[2]
|
Für den schönen Kalender bedanke ich mich nun endlich auch selbst. Ich bemerke nichts von Ungeübtheit oder abnehmender "Kunstfertigkeit" daran, begrüße aber besonders auch die uns gemeinsamen Geleitworte. In ihrem Sinne sende ich nun, statt es mündlich zu tun, die wärmsten Wünsche für den 1.I.51. und das ganze Jahr.
Im übrigen bin ich noch etwas mitgenommen und von der üblichen "Geschäftslage" um Weihnachten und Neujahr her verdrießlich, so daß es besser ist, wenn ich dieses Blatt absende. Denn wer weiß, ob in Rohrbach in diesem Jahr überhaupt noch bestellt wird?
Innigste Wünsche
Dein
Eduard.