Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 22. Juli 1950 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg. 22.VII.50
M. L.
Ich bombardiere Dich ja förmlich mit Nachrichten: am Freitag ging ein Brief ab, heute früh die Drucksache und jetzt, spät abends, bin ich furchtbar gern "so gut", Dir zu sagen, daß Hanne H. bis auf weiteres in Reutlingen bleibt. Wenn man die Mutter hört, geht es ihr wieder besser, sie hat 10 <altes Pfundzeichen> zugenommen und wird mit einem neueren Mittel gegen den Kropf behandelt, das gut bei ihr wirken soll. Es könnte scheinen, daß man damit endlich dem Grundübel ihrer Krankheit auf die Spur käme.? – Gestern war ich bei einem Gang in die Stadt auf der Redaktion der RNZ und habe Dr. Jakobsen kennen gelernt, der wirklich jener Student von 1927 ist und der mir sehr gut gefiel. Er will mich nebst Frau mal besuchen.
Heut ist wieder dieselbe unerträgliche Schwüle mit versprengten Gewittern wie gestern und ich denke dabei mit
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| Bedauern an Dich, der unter der gehäuften Abschlußarbeit des Semesterendes durchhalten muß.
Von meinem "Paneuropa" wird Dir der kleine Abzug berichtet haben. Zu verstehen ist es für Uneingeweihte wohl nicht. Heut nur noch die Übertragungslinie der ständigen Grüße von H. nach T. und zurück!
Deine
Käthe.