Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 12. September 1950 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg, 12.9.50.
M. l. H.
Zwar ist das Kartenschreiben nicht mein Fall, aber da ein Brief noch nicht fertig ist, will ich es versuchen. Heute, zwei Wochen nach dem Sturz, klingen die Nachwirkungen entschieden ab. Es waren ja keine heftigen Schmerzen, aber beständig fühlbare Hemmungen. Vermeiden ließen sich solche Zwischenfälle nur, wenn mein Temperament zu verändern wäre, das doch andrerseits auch sein Gutes hat. Da ja überhaupt so viel von dem Gemüt abhängt, ist es eine große Hülfe, wenn liebe Briefe kommen. Habe vielen Dank für Deinen vom 10., der mich durch den Bericht von Rottweil besonders erfreute und mir besonders wohltat, weil er mich um mein Ungeschick nicht schalt. – Es kamen gleichzeitig noch 3 Postsachen, nur angenehmer Art. Für andere Eindrücke ist auch gesorgt,
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| so z. B. durch das wilde Heer in der Nacht, das durch und über die Stadt hinbraust. – In der Stille beschäftigen mich die Gedanken von dem Aufsatz in der D.Z. Überall Ungewißheit –
Mit herzlichen Grüßen für Euch und allen guten Wünschen für Euer aller Wohlergehen.
D. K.