Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 3. November 1950 (Heidelberg)


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Heidelberg. 3. Nov. 1950
Mein liebes Herz!
Leider gibt es keine Sonntagspost mehr, sonst käme dieser Zettel gerade recht dazu. Ich möchte dir nämlich mitteilen, daß Hermann sich für Sonnabend oder Sonntag zur Durchreise angemeldet hat. Er ist spontan nach Schleswig zur kranken Irmgard gefahren, hat in Bremen auch Gisela getroffen und ist heute in Godesberg bei Helga. So hat er doch alle drei Töchter einmal wiedergesehen. Hoffentlich bringt er wenigstens von den zwei letzteren gute Nachricht. –  –
Danken möchte ich dir sehr herzlich für die schnelle Sendung des Carossa, den ich gleich begann zu lesen.
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Die zarte Patientin in der Nervenklinik habe ich gestern besucht. Wie sehr beklagt man das feine Menschenkind! Im gleichen Hause fand ich Frl. zur Nieden in entschiedener Besserung.
Von alledem badigst mehr – – ich weiß nur noch nicht, wann ich Zeit zum Schreiben haben werde, denn am Montag ist mit Frl. Mathy verabredet.
Heute ist hier ein schauerliches, nasses Sturmwetter, Barometer zwei Finger breit gesunken. Aber mein Ofen brennt gut und so ist es behaglich in dem Zimmer.
Sei vielmals gegrüßt und habe, bitte, Geduld, wenn der Brief etwas länger auf sich warten läßt. Ich bin bei der vielen Dunkelheit immer so schlafmüde!
In Gedanken ständig bei Dir
Deine
Käthe.