Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. Mai 1951 (Tübingen, Postkarte)


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Tübingen, 11. Mai 51.
M. L! Zu einem Pfingstbrief langt es diesmal leider nicht. Wie gern hätte ich Dich nach Ketsch begleitet. Aber ich freue mich, daß Du auf alten lieben Wegen gehen konntest.
Wir sind Himmelfahrt bei schwerem Gewitter nach Stu. gefahren. Dort schneite es an einigen Stellen so, daß die Leute den Schnee fortschaufeln mußten. Sonntag gingen wir von K-tellinsfurt oben (unser Eilmarsch umgekehrt!) nach Altenburg u. weiter nach Pliezhausen. Daran haben wir s. Z. nichts verloren. Göppingen vorgestern ist weggefallen, weil man es dort – anscheinend vergessen hatte. – Das Semester ist wegen der vielen Feiertage sehr langsam angelaufen. Bei mir ist das Maximum voll besetzt, Empfang mit betonter Herzlichkeit. Das Seminar ist viel schwerer, als ich mir gedacht habe. Diese Woche war 3 mal abends was los: Dienstag Schlumberger über André Gide (schön!) Mittwoch sehr interessant über Frage der Remilitarisierung. Gestern 1) Senat. 2) Fakultät. 3) Seminar 4) beim Oberbürgermeister. Um 1 ins Bett gekommen. Wenke macht s. Sache als Dekan sehr gut. – Die nächste Sache
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| ist nun am 31. Mai in Saarbrücken. Am 1. Feiertag kommt der Kollege Rothfels mit Frau, Nachfolger v. Stadelmann, aus Chicago zurückberufen; hatte sich in meinem Dekanat habilitiert. Sonst nur am 17.V. ev. Frl. Besser (Hamburg.) Ich muß endlich anfangen, wieder etwas zu arbeiten. – Wir sind jetzt wohl in den Eisheiligen. Wann wird es endlich warm werden? Susanne hat die kl. Held auf der Straße getroffen – sie läßt sich hier exmatrikulieren. Zur öffentl. Sitzung der Heid. Akademie kann ich leider nicht kommen. (27. Mai.) Zweimal in 8 Tagen die gleiche Bahnstrecke geht nicht. Das ganze Haus grüßt. Ich <li. Rand S. 1> wünsche gute Feiertage, mit nicht zu langen Spaziergängen.
Innigst Dein Eduard.