Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. März 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 24.III.1951
Mein liebes Herz!
Wie immer mit vorbildlicher Pünktlichkeit kam heute Dein lieber Osterbrief. Und ebenso pünktlich ging ich sogleich auf die Zimmersuche für den 7. u. 8.IV. Es ist mir wie eine Art Garantie dafür, daß aus Deinem schönen Plan etwas wird, wenn ich nun eine kleine Vorbereitung dafür treffen kann. Also: bei Denner erklärte man, daß man sich so lange voraus nicht binden könne, da Einzelzimmer selten [über der Zeile] wären und oft begehrt würden. Nun wimmelt es jetzt dort in der Gegend von Unterkünften, aber ich mochte da nichts aufs Geratewohl entscheiden und fragte Elsbeth (Wille)-Gunzert um Rat. Sie konnte mir mehrere gut empfohlene Namen nennen und zwar eine Pension Rodrian in der Bunsenstr., wo ich zwei Einzelzimmer gezeigt bekam, die nett und mit
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| fließend Wasser [über der Zeile] sogar auch Schreibtisch! eingerichtet sind. Ich soll mich bis zum Montag vorher entscheiden. Bis dahin scheint es besetzt zu sein, wie [über der Zeile] ich zu hören meinte für Besuch von Prof. Hellpach. – Das andre Haus hatte nichts frei. Nun fragt es sich, ob Du durchaus ein Hotel vorziehst? Dies Nachtlager mit Frühstück wäre an der Ecke schräg gegenüber von der früher Knapseschen Wohnung, also ganz nahe am Bahnhof und der Elektrischen; im Erdgeschoß. – Ich hatte mich inzwischen schon besonnen, daß Du zwar am 27. in Stuttgart bist, aber dann noch wieder einige Tage in Tübingen, sodaß Dich diese Nachricht dort erreicht und eventuell auch noch eine weitere, falls ich es auf ein Hotel eventuell eben Denner, oder etwa 3 Eichen in der Rohrbacherstr. ankommen lassen soll. Die Leute in der Bunsenstr. machten eine guten, gebildeten Eindruck. –
Alles Weitere nächstes Mal, oder – mündlich! Wieso Günther hier Vortrag hielt, weiß ich nicht. Ich sprach Dr. Drechsler diesmal nicht. Im Amerikahaus sind viele Vorträge; wer sie veranstaltet, kann ich nicht sagen. Nun wünsche ich Dir herzlich gutes Wetter für weitere Ausflüge. Hier ist Regen und <Kopf> Sonne im Wechsel, wie im April. Ich bin sehr froh, daß <li. Rand> Du den Furunkel los bist. Ich hatte immer eine unbestimmte Sorge um Dich.
<li. Rand S. 1> Grüße Susanne herzlich. Wie gut, daß Frau Honig in Potsdam ein ihr erwünschtes Unterkommen haben kann. – – Denke ja nicht, daß mir <Fuß S. 1> die Zimmersuche mühsam wäre. Das ist nur eine große Vorfreude! Also äußere Deine Wünsche klar und deutlich. – Innig, und treu Deine Käthe.