Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 27. Mai 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 27. Mai 1951
Mein liebes Herz!
Es ginge wohl gut auf eine Karte, was ich heut zu schreiben habe, aber ich will doch gern die 10 Pfennig mehr "an Dich wenden", denn ich schreibe so ungern Karten. Die Hauptsache ist mir, daß ich um genaue Mitteilung bitte, wann Deine Durchfahrt hier stattfinden soll? Ich werde auf jeden Fall an der Bahn sein, das weißt Du ja. Aber ich muß eventuell die Schneiderei inzwischen versorgt haben. –  –  –
Es ist in den letzten Wochen so viel verquer gegangen, daß ich all meine Hoffnung auf diese erwartete Begegnung mit Dir setze, als Ausgleich mancher Mißstimmung.
Nach immer erneuter Ankündigung und Wiederabsage will nun die Tochter von Ernst
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| Schwalbe
am 2. Juni hier eintreffen und mich am 3. vormittags aufsuchen – wie es scheint, um mehrere Tage in Heidelberg zu bleiben. Aber ich habe sowohl Schneiderei vom Donnerstag ab für eine Woche, als auch sobald das vorbei ist, in der Klinik zu zeichnen. Die Arbeit für Prof. Schreck hübsch, und bisher gut gelungen.
Wie geht es mit Deinem Auge? Wird der Wurm kleiner? Ich hoffe Du hast weiter gute Semestertage gehabt und Deine Reise verläuft nach Wunsch. – Bei uns waren Gewittertage von erdrückender Schwüle. Heut ist es abgekühlt und regnerisch. Von den übrigen Stimmungen erzähle ich Dir hoffentlich am Freitag. Oder besser noch, ich lasse mir von Dir erzählen und vergesse den leidigen Kram.
Grüße Susanne herzlich. Ich schrieb wohl schon daß es ihrem Neffen ein wenig besser geht.
Auf Wiedersehen! und diesmal gesund. Bis dahin grüßt innig
Deine Käthe.