Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 10. Juni 1951 (Ober-Dielbach, Postkarte)


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M. l. H. – Ober-Dielbach. Sonntag, 10.VI.51
Nun schreibe ich Dir doch von hier oben, und ich bin froh, daß ich den Entschluß faßte, trotzdem es sehr stürmisch ist und zeitweise regnet. Das Zusammensein mit den Freunden ist herzlich wie sonst, und ich atme auf in der kräftigen Luft (500 m) nach unerträglichen Gewittern in H. Hier will nun mal kein Mensch etwas Lästiges von mir, ich bin mir sogar heut für Stunden selbst überlassen, da Kohlers in Eberbach eingeladen waren. Es ist wie eine Sommerfrische und die Natur in ihrer sommerlichen Fülle und die Stille ist so wohltuend. – Kurz vor der Abfahrt bekam ich Deine liebe Sendung und die sehr erwünschte kurze Nachricht und danke Dir sehr. Die P.P. habe ich bei mir, denn hier finden sie volles Verständnis. – Es ist jetzt ein neues schönes Schulhaus, und ebensolche Lehrerwohnung. Morgen abend denke ich wieder in H. zu sein. Dort bekam ich einen Brief von Frl. Held, die sich nun da immatrikuliert hat und mich besuchen will. Ich hoffe das soll ersprießlich werden.
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Die Fahrt hierher ist sehr hübsch mit Postauto direkt von der Sophienstr. bis herauf ohne Umsteigen: Neckargemünd, Wiesental Herg, Schönbrunn, Eberbach, lauter Odenwaldtäler. Und hier habe ich keine Pflichten, nur eine köstliche Ruhe und freundliche Eindrücke. Ich hoffe sehr, auch von Dir recht bald recht Gutes zu hören und grüße – auch im Namen der Freunde – vielmals. Auch Susanne herzl. Gruß und gute <Kopf> Wünsche für Euch beide. D. K.