Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 9. September 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 9. Sept. 1951.
Mein liebes Herz!
Wenn Dich vor Deiner Abreise nach Bonn noch ein Gruß erreichen soll, ist es Zeit, ihn zu schreiben! Und Sonntag ist ja ohnehin Schreibetag, aber die Gedanken haben bei der eigenartig bewegungslosen Hitze Blei an den Füßen und so werden es nur wenige Zeilen sein, die Dir sagen sollen, wie ich mit Herz und Sinn Dich auf dieser Reise begleite. Möge das Bewußtsein einer Dir angemessenen Aufgabe Dich über die körperliche Anstrengung leicht hinwegführen und Du mit innerer Befriedigung zurückkommen, zu dem kurzen Aufenthalt im alten Heidelberg. Ich wollte, Du könntest wenigstens über Nacht hier
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| bleiben, daß es nicht eine allzu große Hast gibt. War nicht die Pension in der Bunsenstr. ein stilles Unterkommen?
Vielleicht höre ich noch, wie die Tage unterwegs verteilt sein werden und wo Dich meine Gedanken jeweils suchen sollen.
Auf alle Fälle aber nimm die Gewißheit mit, daß Dich auch meine innigen Wünsche für ein glückliches Gelingen begleiten. Und so grüße ich Dich, und auch Susanne und Ida, und sehe in gespannter Erwartung dem 15.IX. entgegen.
Deine
Käthe.