Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 17. September 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 17. Sept. 51
Mein liebes Herz!
Wenigstens einen kurzen Gruß möchte ich Dir senden, ehe Du wieder auf die Reise gehst, und Dir von Herzen danken, daß Du zu mir kamst und von den Ereignissen berichtetest. Wie schön war es, daß uns der Himmel diesmal freundlich war und uns das stille Stündchen auf der Bank am Neckar gönnte. Die Erinnerung an dies wohltuende Beisammensein klingt nun beglückend in mir nach; und meine Gedanken bemühen sich, alles was Du von den Erlebnissen Deiner Reisetage berichtetest lebendig zu bewahren. Es kommt mir da gleich so allerlei, was ich noch hätte fragen mögen, und auch etwas, was ich vielleicht falsch gedeutet habe, das über den Weihrauch!
Auf alle Fälle aber war ich sehr glücklich, Dich
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| so relativ wohl und frisch nach all den Strapazen zu sehen, und befriedigt von dem Eindruck Deiner Rede. Möchte ihr Geist in unserm werdenden Staate wirksam werden.
Alle Tücke, die der Himmel am Sonnabend unterdrückt hatte, läßt er jetzt in heftigen Regengüssen los. Es bleibt bei dem jähen Wechsel der Temperaturen und ich hoffe nur, daß es bald zu der eigentlichen Herbststimmung kommt, die so viel erfrischender ist. Mit den herzlichsten Wünschen begleiten Dich meine Gedanken ins schöne Donautal, und ich bedaure, daß ich nicht auch Deinen dortigen Vortrag im Rundfunk hören kann.
Ich grüße Dich innig und in Dankbarkeit, und grüße auch Susanne und Ida.
Deine
Käthe.