Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 9. Dezember 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 9.XII.51.
Mein liebes Herz!
Nur einen Dank für Deine liebe Karte will ich Dir noch schicken, ehe Du kommst, und Dir sagen, wie sehr ich mich freue! Möge uns nichts Störendes dazwischenkommen.
Es wird vom Wetter abhängen, ob wir was unternehmen können. Auf alle Fälle findest Du bei mir, wenn es sehr regnet, einen Kaffee, und auch das übliche bescheidene Abendbrot mit Schinken und Ei. – Nach dem Zuge nach Mannheim muß ich mich morgen nochmal erkundigen. Ich weiß bisher nur, daß einer um 20.36 geht.
Heut habe ich einen sehr soliden Kaffee mitgemacht, der ganz aus dem Rahmen meiner Gewohnheiten fällt:
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| Meine gute Monatsfrau bat mich, ihren Geburtstag mitzufeiern und ich mochte sie nicht mit einer Absage kränken. Sie ist immer so taktvoll und so war es mir interessant, mal ihre Angehörigen zu sehen. Es ist aber schwierig, mit solch ganz anders eingestellten Leuten in Gang zu kommen, und die Hauptfeier war eine Unmenge Kuchen! Wie bei ner Kindtauf!
Eine wirkliche Freude war mir vor einigen Tagen ein großer Brief von der kleinen Held aus Tübingen. Du wirst ihn ja bei mir sehen, und ich bin auf Dein Urteil begierig. Ich habe das Gefühl, daß diese vertrauende Offenheit ihrer Mitteilungen nichts Krankhaftes hat.
Also ich hoffe jetzt innig auf mündliche Fortsetzung und wünsche Dir, daß sich alle Mühe bis zur Abreise befriedigend abwickelt. Grüße Susanne und Ida, und sei Du selbst in Liebe erwartet von
Deiner recht alten Käthe.