Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. Dezember 1951 (Heidelberg)


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Heidelberg. 30.XII.1951
Mein liebes Herz!
Tag und Nacht schreibe ich in Gedanken lange Briefe an Dich, aber die übliche Unruhe der Festzeit mit allerlei unvorhergesehenen Hindernissen läßt mich nichts zu Papier bringen. Außerdem habe ich auch schon etwa 30 minder wichtige Postsachen abgeschickt! Das entspricht wohl etwa unsrer beiderseitigen Lebenslage.
Dieser Zettel kommt nur, um womöglich rechtzeitig die allerherzlichsten guten Wünsche fürs neue Jahr zu Euch zu bringen. Alles andere, Dank und Berichte kommen demnächst. Jetzt bin ich im Begriff zu Buttmis zu gehen, um dort eine Verwandte zu sehen, die mir bei Marias Hochzeit besonders gefiel. Und um 6 Uhr muß ich wieder zu Haus sein, da hat
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| sich gestern Paul Matussek mit Frau und Bruder angesagt, die von Weinheim aus hier Besuche machen. – Und ich selbst muß morgen noch mehrere Leute in Neuenheim aufsuchen etc. etc.
Also verzeih die Verzögerung, Du wirst sie verstehen aus eigner Erfahrung. Ich werde [über der Zeile] warte geduldig bis Du Zeit für mich hast. Dein Brief zu Weihnachten war mir so lieb in seinem ehrlichen Eingeständnis der Stimmungslosigkeit; und für die Zeilen auf dem Postabschnitt danke ich noch besonders, wie überhaupt und im Allgemeinen!!
Sei innig gegrüßt trotz aller Eile
von
Deiner

Käthe.