Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Juni 1952 (Tübingen, Postkarte)


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23.6.52.
M. L!  Das Bild der schönen Blüte hat mich nach Frankfurt begleitet. Dort verlief es so: Nachm. Mitgliederversammlung in der wenig sympathisch renovierten Paulskirche. Viele alte Bekannte u. Freundinnen: Luise Besser, Lotte Geppert, Hedwig Koch, Strnad, Dr. Maria Junius etc. etc. Dann kurze Begegnung mit Holzhausens und Frau Biermann in den Mainanlagen, wo Christiane aus Kastanien "Onkel Eduard" gelegt hatte. Abends Empfang beim Oberbürgermeister in 1 Klubhause, nicht weit vom ehemals Weiseschen Hause. Schluß ½ 12. Am Samstag 2400 Hörer in der Messehalle. Unangekündigterweise Rundfunkübertragung des Ganzen. Wärmster Beifall am Anfang und Schluß. Christiane saß zwischen Susanne und mir während der ganzen Sache. Es wird ihr eine Erinnerung bleiben. Hinterher Frl. Dorer mit ihrem "Grüpple", 100 Autogramme gegeben, infolgedessen niemand vernünftig gesprochen; auch Brosius nicht u. Bollnow nicht. Kurze Mittagspause. Besichtung der Ausstellung von Erika <li. Rand> Hoffmann, jetzt Kassel-Wilhelmshöhe, in Paulskirche. Dann um 15 in Autobus gestiegen, der 15½ abfuhr, aber nicht wußte <re. Rand> wo er uns hinfahren sollte. Schließlich machte ich den Unsinn nicht mehr
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| mit. Wir stiegen mit Hedwig Koch aus u. fuhren mit Stadtomnibus nach Frankfurt zurück. Übler Zeitverlust. Abendbrot mit Hedwig Koch. Dann noch Zusammensein mit Holzhausens u. Frl. Wolf. Todmüde. Sonntag begleitete uns die gute Frau Biermann noch an die Bahn. Im Mannheim in FD umgestiegen. Zu Hause sofort an das Kolleg für Montag (heute.) Soeben Besuch von Trautz' Witwe (Japan). Von nun an werden die Wellen über mir zusammenschlagen. Du mußt Nachsicht haben. Die innigste Nähe wirst Du nur fühlen. An solchen Tagen gehört man niemandem weniger als sich selbst. Grüße <li. Rand> Hermann herzlich. Vermeide Anstrengungen ja! Alle grüßen <re. Rand> herzlichst. Vor allem Dein Eduard