Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. Juli 1952 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

26.7.52.
Meine einzige Freundin!
Mein Gehirn ist nun an seiner Grenze. Ich kann Dir infolgedessen nur kurz mitteilen, was für die nächste Zeit geplant ist.
Als einer der "Durchreisenden" kommt morgen noch der Dr. Bork aus Steglitz. Am Montag und Dienstag 8–9 wird die Vorlesung geschlossen. Am Donnerstag Mittag muß ich nach Karlsruhe zur Deutschen Forschungsgemeinschaft fahren (Bad Nauheim reine Phantasie!) Ich will aber alles tun, um am Freitag schon um 5 loszukommen und dann um 9 abends in Freudenstadt zu sein. Dort stehen uns im Höchstfall 14 Tage zur Verfügung. Wir wohnen wieder bei Frau Pfarrer Herrlinger, Herrenfelderstr.
Übrigens war ich schon am Montag zu einer Sitzung von 11½ bis 15 in Freudenstadt, Hôtel Waldeck, bin aber natürlich nicht auf die Straße gekommen.
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Es ist nun die höchste Zeit, daß eine Pause kommt. Sonst knackt etwas. Gestern hatten wir noch eine Studentengesellschaft von insgesamt 18. Heute Senat. Die Geburtstagsdanksagungen – incl. Briefe – sind fast bewältigt, im ganzen gegen 870.
Gestern war Frau Sombart aus Heidelberg bei uns.
Habe Nachsicht mit mir. Ich empfinde <unleserliches Wort>, daß für Dich die Rolle der Gastgeberin eine "unzumutbare" Anstrengung war.
Innigst
Dein
Eduard.

[] Einen Mordsschnupfen habe ich auch.
Gute Besserung für die Augen. Meine haben auch tagelang gebrannt – das war aber Vorzeichen der Riesenerkältung.