Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. August 1952 (Freudenstadt, Postkarte)


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Freudenstadt, Herrenfelderstr. 43, den 8.8.52.
M. L!  Was ist das mit der Magenverstimmung, und warum Herztabletten? Die Hitze, die hier bis vorgestern Abend angehalten hat, war wohl etwas zu kräftig, um sie ohne Nachteile zu überstehen. Wenn aber eine Temperatursenkung kommt, dann mußt Du zunächst besonders vorsichtig sein. – Ich fühle mich heute zum 1. Male normal. Das ist durch vieles Schlafen erreicht worden. – Vorgestern sind wir um 8 mit Post auf den Kniebis gefahren (vor 48 Jahren wanderte ich diese Straße nach Griesbach.) Von dort in ¾ Stunden nach dem einsamen Kastelstein, in 1 Stunde hinunter nach Rippoldsau (mit Spuren des vorjähr. Hochwassers) u. Klösterle. Dort Mittag. Mit Omnibus hinauf nach Zwieselberg u. dann ganz langsam durch den menschenleeren Wald nach F. zurück. Nachts kam ein schweres Gewitter, das in Eurer Gegend gewesen sein muß. Seitdem Abkühlung. Gestern war Annemarie kurz hier. Morgen kommt: Johanna Wezel (Richter) aus Canada.
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| Für den Artikel v. Busch habe ich natürlich die Unterlagen selbst geliefert. Aber er hat sie geschickt verarbeitet. Später werde ich Dir einige ähnliche Proben zugänglich machen. Vorläufig mag ich vom 27.6. nichts mehr hören. Wir hatten hier einen lieben Brief v. Meinecke, der sich nun dem 90. nähert. Am Samstag 16.8. abends müssen wir wieder zu Hause sein. Wann kommt nun Herr Walter H? Zu Kohlers bitte mit Vorsicht nur bei geeignetem Wetter. Wir unterlassen auch alle gewagten Touren, um wirkliche Erholung zu haben. Herzlichste Wünsche u. Grüße von uns beiden. Dein Eduard.
[li. Rand S. 1] Herzlichen Dank für das merkwürdige Tulpenblatt!