Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. April 1952 (Heidelberg)


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Heidelberg. 24.IV.52.
Mein liebes Herz!
Soeben habe ich Susanne an die Elektrische gebracht, nachdem wir zusammen noch eine Tasse Kaffee getrunken hatten, nach der wir beide Verlangen hatten. Jetzt muß ich aber notwendig noch ein paar Zeilen an Dich schreiben, denn unser Abschied an der Bahn ging eigentlich vollständig "ohne mich" von statten, und ich will Dir doch gern noch sagen, wie schön die Stunden Deiner Anwesenheit für mich waren. Alles was Du erzähltest hatte einen so frohen, befriedigten Unterton und auch unser stilles Zusammensein in Schwetzingen
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| hat mich mit Frieden und Glück erfüllt. Nun bist Du wahrscheinlich gerade wieder in Tübingen, wirst hoffentlich keine unliebsame Post vorfinden, und alle Reisestrapazen gut ausschlafen.
Wir hier wollen uns morgen um halb zehn in der Pension Friedau treffen, und je nach Wetter ins Neckartal oder auf die Wolkenkur resp. Königstuhl, natürlich per Bergbahn. Sie wirds ja dann abends erzählen.
Heut aber möchte ich Dir noch von ganzem Herzen danken, daß Du zu mir kamst, und Dich innig grüßen! Wie immer, ob fern, ob nah
Deine
Käthe.