Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. Mai 1952 (Heidelberg)


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Heidelberg. 30.V.1952.
Mein liebes Herz!
Nur in Eile vor der Mittagspost möchte ich Dir nur vielen innigen Dank sagen für die immer gleiche Sendung vom 27. und den lieben Brief, der mich wieder ganz besonders erfreute. Er war wieder, allem Arbeitsdruck zum Trotz so froh und zufrieden. Im Politischen allerdings sind wir gleicher Meinung. Möge die Krise überwunden werden. Darin können uns die Engländer Vorbild sein!
Gestern war der Tag mit Frau Biermann wirklich wunderhübsch, und ich hoffe nur, daß ihr eine ebenso angenehme Erinnerung davon bleibt, wie mir. Einzelheiten erzähle ich bald. Vielleicht morgen. Aber
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| ich bin ohne Bedienung und da gibt es doch ein wenig Arbeit mehr. Für die Feiertage hatte ich nichts vor als vielleicht am 2. einen Besuch bei Buttmi's zum Kaffee. – Da kommt vorhin mit Deinem lieben Brief eine Karte von Frl. Dorer, die eventuell in den Pfingsttagen mal kommt. Das wäre nett. – Gleichzeitig traf heute ein Brief meiner Schwester ein, was mir eine gewisse Beruhigung war. Sie schreibt da auch einen Gruß an Dich und Susanne, ein Thema, das zum erstenmal bei ihrem Hiersein verhandelt wurde, und ich habe das Gefühl, daß dieser Gedanke jetzt mit der Unsicherheit des allgemeinen Lebens etwas zusammenhängt, wie es uns allen im Augenblick recht naheliegt: vor Toresschluß!
Im Bewußtsein einer unzerstörbaren Sicherheit sende ich Dir die innigsten Pfingstgrüße, und grüße auch Susanne sehr herzlich. Zu schreiben denke ich nächster Tage, hoffentlich glaubt sie an meinen guten Willen? Bleibt gesund und <li. Rand> macht womöglich einen Ausflug. Gruß auch an Ida. Immer
Deine Käthe.