Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 20. August 1952 (Heidelberg)


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Heidelberg. 20.VIII.52
Mein liebes Herz!
Habe Dank für Deinen lieben Brief beim Aufbruch von Freudenstadt. Ich bin froh, daß die so kurze Zeit dort doch wirkliche Erholung gebracht hat. Aber es kann wohl nur gerade genügt haben, um das Gefühl der äußersten Erschöpfung zu beseitigen, und Du wirst jetzt all Deine kluge Vorsicht gebrauchen müssen, um den Gleichgewichtszustand zu bewahren.
Ich bin überrascht, daß Du auf die Mainau gehst. Ich wußte nur, daß Du
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| nach einer scherzenden Bemerkung über den "Torkelkeller" von dort nichts mehr gehört hattest. – Da siehst Du, wie wenig ich trotz all Deiner treuen Mitteilungen weiß. – Und vor Oktober wirst Du kaum hier "durchfahren"!? Ist das Dein Ernst? Weißt Du nicht, daß der 31.VIII. diesmal ein Sonntag ist? Und wäre es nicht nötig, ihn irgendwie zu einer persönlichen Begegnung zu machen, nachdem ich diese ganze Zeit freudiger Feiern Deines Jubiläumsjahres hindurch von Deiner Nähe ausgeschlossen war?
Ich kann es nicht glauben und lebe nach dieser Hoffnung.
Sei mit Susanne und Ida gegrüßt von
Deiner
Käthe.