Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. April 1953 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

Karfreitag 1953.
Meine einzige Freundin!
Wie war es mit Heinrich Eggerts Witwe? Das Wetter hat wohl für das Zusammensein getan, was es konnte. Zu den eigentlichen Ostertagen wünsche ich Dir nun Ruhe und innere Frühlingsstimmung.
Viel schreiben kann ich heute nicht. Ich bin eben doch gründlich ausgepumpt. Vor mir liegen jetzt über 60 Fahnen = 120 Seiten zur eiligen Korrektur. Dann aber muß ich endlich einmal entspannt werden. Wir wollen am Donnerstag, 9.IV. für wenige Tage nach Überlingen, Gasthof zum Anker, fahren. Das schöne Wetter wird dann wohl nicht minder verbraucht sein als ich. Aber wo sollen wir sonst hin?
Am Mittwoch hatte ich ein paar sehr wohltuende freundschaftliche Stunden [über der Zeile] mit Litt, nachdem er am Vormittag wieder einen fabelhaft wirkungsvollen Vortrag gehalten hatte.
Unter den vielen Einladungen, die wieder gekommen sind, ist auch eine
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| vom Auswärtigen Amt nach Speyer. Termin steht noch nicht fest. Vielleicht um den 30. April.
Am 13. April heiratet Idas Nichte Inge Tierok. Es wird für Ida eine Entlastung sein, wenn wir nicht da sind.
Verzeih, daß die fällige Sendung noch nicht gekommen ist. Gleich nach Ostern wird sie eintreffen.
Hier hat man, ähnlich wie in Heidelberg, nicht allzu viel vom Frühling. Es ist immer gleich Föhnlage, und der kleinste Spaziergang wird zur Anstrengung, weshalb nach meinen Beobachtungen hier auch niemand spazieren geht.
Hoffentlich erfahre ich morgen noch, wo Du in den Festtagen sein wirst. Überall hin begleiten Dich mein treues Gedenken und meine warmen Wünsche.
Mit den üblichen Grüßen der "anderen"
innigst Dein
Eduard.

[li. Rand] Für Fabeckstr. 13 hat sich bisher kein Mieter gefunden.