Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. April 1953 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

24.IV.53.

<beigelegte Feder> Gefunden auf dem Wege
unterhalb Kargegg. 17.IV.53.
Meine einzige Freundin!
Ich bin sehr glücklich, daß Du einen so schönen Frühlingsspaziergang machen konntest. Man fühlt es Deinem lieben Brief an, wie er Dich ganz innerlich erquickt hat. Deine Leistung bewundere ich aber auch. Ob wir nun auch dort einen Jubiläumsweg werden machen können?
Wir mußten am Freitag, den 17., gerade als das Wetter besser wurde, zurückkehren. Zunächst war die Post zu bewältigen. Am 20. früh kam der "neue Freund" aus Bern, Jeangros. Wir waren mit ihm am ersten Tage in Bebenhausen, am zweiten, den er zugab, abends in Rosenau. Die Apfelblüte war noch nicht ganz heraus. Der "neue Freund" ist ein reizender Mann, allerdings sehr äußerungsbedürftig.
Wenkes Geburtstag am 22. kostete keine Zeit. Denn er riß aus. Das ihm gewidmete Buch ist aber ganz pünktlich fertig geworden – eine wahre Wunderleistung aller Beteiligten!
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Natürlich müssen diese paar Tage des Hierseins wieder sehr ausgenützt werden. Der Vortrag in Speyer ist doppelstündig. Der für Bremen ist derselbe wie in Essen, muß aber etwas umgeformt werden.
Das Reiseprojekt hat sich in folgender Art geändert: Ich fahr Sonntag 8 Uhr über Würzburg nach Bremen, bin dort um 22 Uhr. Wohnung Gästehaus der Stadt, Parkallee. Montag Abend ist der Vortrag. Dienstag früh 8.38 fahre ich von Bremen ab und gleich durch bis Heidelberg, an 20.31. Ich werde dann sehr müde sein, und auch für Dich ist es nicht ratsam, so spät an die Bahn zu kommen. Wo ich wohne, bestimmt Quelle u. Meyer. Am Mittwoch bleibe ich ganz in Heidelberg. [re. Rand] komme zunächst nach Rohrbach Ich habe aber für Speyer noch etwas zu arbeiten. Also keine große Unternehmung!
Am Donnerstag vorm. fahre ich mit dem Omnibus nach Speyer, wo ich übernachte. Am Freitag Mittag komme ich zurück, und wir können dann noch zusammen Mittag essen. Schreibe alles genau auf Deinen Kalender!
Herzlichen Dank für die Stahlfedern! Sie waren sehr nötig.
Alle hier grüßen herzlich. Ich freu mich nicht auf die Reise (immer noch recht müde!), aber sehr auf unser Wiedersehn.
<li. Rand>
Viele gute Wünsche! Schone Dich. "Genieße maßvoll ...."
Innigst Dein
Eduard.