Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 5. August 1953 (Hohfluh, Postkarte)


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Hohfluh, Kurhaus Hohfluh, den 5.8.53. früh
M. L!   Wenn Du um den 1./2. August in Oberdielbach warst, so wirst Du leider kein gutes Wetter gehabt haben. Bei uns war tiefe Finsternis, und auch am 3.8. auf der Fahrt hat es noch geschüttet. Die Reise verlief im ganzen planmäßig. Nur haben wir, wie es scheint, den Fehler gemacht, nur in Singen in die Zollhalle zum großen Gepäck zu gehn, und nicht noch einmal in Schaffhausen. Jedenfalls: unsre Koffer sind bis heute nicht angekommen, und es hat ein langes Hin und Her gegeben. Versichert sind sie . – Der Ort hat eine hübsche Lage. Heute früh sind auch zum ersten Mal die großen Berge und der Gletscher in vollem Glanz herausgekommen. Das Haus ist angenehm und ruhig. Zimmer etwas klein. Ich kann aber mit all dem nicht viel anfangen. Denn eben geht nur die Fahrstraße vorwärts und rückwärts. Vorläufig ist auch das Befinden wenig gut. Die Beschwerden wechseln beständig. Das typische Bild des Nichtmehrzusammenarbeitens der Einzelorgane. Morgen soll Frl. Silber kommen. Louvaris ist in Bern, das aber von hier schwer erreichbar. In T. habe <li. Rand> ich 2 Tage lang in m. Zimmer großes Aufräumen gemacht.
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| Ein im Winter beschafftes neues Doppelregal in der Glasveranda ist bereits völlig angefüllt. – Ich hoffe auf gute Nachrichten von Dir. Susanne, die ich in die Gegend entsandt habe, läßt herzlich grüßen. Ich bin in Liebe und Treue Dein Eduard. "Interessant" ist mir hier eigentlich nichts.