Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. August 1953 (Hohfluh, Postkarte)


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Hohfluh 8.8.53.
M. L!
Nachdem wir – am dritten Tage – in den Besitz unsrer Koffer, und – heute – auch noch in Besitz von Bargeld gelangt sind, beginnt das Leben in H. ganz nett zu werden. Seit vorgestern ist Frl. Silber im Hôtel "Wetterhorn" (10 Min. von uns). Sie bleibt bis Montag oder Dienstag. Wir sind wahrscheinlich in dem gleichen Hause wie Ihr seiner Zeit. Es sieht alles so aus. Verpflegung sehr gut, Haus ruhig, obwohl voll besetzt. Unternommen haben wir noch garnichts, nicht einmal einen Weg zu Geheeb nach Goldern (½ Std. von hier.) Erst heute ist einmal Wetter 1. Ranges, und ich muß auch erst abwarten, bis die erheblichen Schwankungen meines Befindens einigermaßen zur Ruhe gekommen sind. Wirkliche Besserung wäre zu viel gehofft. Wir sind aber, fast durch Zufall, auf einen Felsen Psantanfluh geraten, von dem man unten Meiringen liegen sieht. Der muß Dir eigentlich in Erinnerung geblieben
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| sein. Meine Lektüre ist Schiller, Naive u. sentimentalische ..., das ich für Ackerknecht kommentieren soll. – Ich wäre sehr froh, wenn ich morgen oder übermorgen Gutes von Dir erfahren könnte. Wir 3 grüßen mit herzlichen Wünschen. Dein
Eduard.

[li. Rand S. 1] Die Lage ist ja entzückend. Ich habe meine Bank. Ebene Wege <unleserliches Wort>.