Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. September 1953 (Tübingen)


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Tübingen, den 3. Sept. 53.
Meine geliebte Freundin!
Verzeih, wenn ich heute nur sehr kurz schreibe. Ich muß gleich Litt von der Bahn abholen, und wenn ich erst abends schriebe, kämen diese Zeilen allenfalls morgen Nachmittag an. Ich möchte auch nur eine Frage von Dir beantworten. Nichts liegt mir ferner, als irgend eine Form der Wahlbeeinflussung. Aber meine Erwägungen darf ich Dir wohl in dieser Form mitteilen: "Ich wähle nichtdie FDP, um der Person von Reinhold Maier zu entgehen. Und ich wähle CDU, nur um der Person von Adenauer willen." Alias: es scheint mir richtig, die Politik von Adenauer so stark wie irgend möglich zu machen.
Gleichzeitig schreibe ich an Quellemeyer wegen des Zimmers für den 6. September. Sonst sitze ich
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| über dem schwierigen Nachwort zu "Naive u. sentimental. Dichtung", das um so mehr Mühe macht, als es ganz kurz werden soll. Vorgestern habe ich 2 Stunden mit unsrer Magnificenz gesprochen. Gestern sind wir von Derendingen über Kreßbach nach Dußlingen gegangen, was mich bei der Hitze recht angestrengt hat.
Wie ich immer mit den innigsten Wünschen bei Dir bin, weißt Du, und so sei auch heute in diesem Sinne tausendmal gegrüßt von
Deinem
Eduard.