Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Oktober 1953 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

23.X.53.
Meine geliebte Freundin!
Durch das etwas farblose Neckartal bin ich am Montag in sehr ruhiger Fahrt nach Hause gelangt. Die vorgefundene Post war nicht sehr umfangreich, aber z. T. recht "intrikat", so daß sie mich einen vollen Tag beschäftigt hat. Heute Nachmittag war der von Dir richtig identifizierte Dr. Oelrich hier. Es sieht so aus, als ob ich sehr bald schon wieder reisen müßte. Denn Holzhausens sind aus den Regengüssen der italienischen Schweiz geflohen und befinden sich im Anmarsch auf Schenkenzell.
Ich habe Deinen jetzigen Aufenthaltsort sehr hübsch gefunden und empfehle, mindestens noch die nächste Woche dort zu bleiben. So nervenfreundlich wirst Du es nirgends sonst haben, und es ist ja immer noch erträglich warm. Ich habe aber soeben an
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| Herrn Schmeil geschrieben, ob er Dir dann zur Übersiedlung – gleichviel wohin – seinen Wagen schicken kann. Das weitere wirst Du mit ihm oder der Firma (Zeppelinstr. 200) telephonisch vereinbaren müssen. Denn es kommt ja darauf an, daß Tag und Stunde beiderseits passen. Braucht Herr Schmeil das Auto für eine Reise selbst, so muß eben ein Taxi bestellt werden, am besten in Neckargmünd, damit der Wagen die Tour nicht viermal zu machen hat.
Telephonnummer ist 5047. In jedem Fall muß abgewartet werden, ob Schmeil grundsätzlich zusagt, Dir oder mir. Das kann kaum vor Montag geschehen.
Ich wünsche Dir nun täglich einen spürbaren Fortschritt an Kräften, Übung und Selbstvertrauen. Anderer Stoff liegt heute nicht vor – es sei denn der bekannte aus dem unendlichen Reservoir.
Susanne und Ida (welche letztere auch Herzmittel bekommt) grüßen herzlich. Das Haarmittel heißt Trilysin. Es ist wohl dort erhältlich. Eine Flasche schickt sich schwer. In Liebe <li. Rand> und Treue
Dein Eduard.