Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. Dezember 1953 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

13.12.53
Meine geliebte Freundin!
Wo die Woche seit meiner Abreise von Heidelberg geblieben ist, weiß ich nicht. Damals stieg in den gleichen Zug der Jurist Gallas. Erst in Stuttgart trafen wir uns und fuhren dann zusammen weiter. Er hatte sich in Heidelberg informiert, da er den Ruf dorthin wahrscheinlich annehmen wird. Seine Frau ist eine Schülerin von Susanne. – So geht hier alles weg. Wenke aber weiß noch nicht, daß er Bonn angenommen hat (wie Frau Teusch mir versichert hat.)!
Die Tage waren dann irgendwie besetzt. Am Donnerstag haben wir einen Spaziergang in voller Sonne gemacht, von Rottenburg über den Berg nach Bad Niedernau, aber rechtsneckar-isch. Gestern war Senat, wo der 2. Lehrstuhl für Philosophie verhandelt wurde. Heute verabschiedete sich Frau Weischedel, deren Mann schon nach Berlin
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| gegangen ist, zu Mittag waren der Schnabel und der Landgraf da, nachm. kommen Pfahlers (er in Freudenstadt geboren) und der Inder. Morgen geht es so weiter, leider vor dem Seminar.
Ich empfehle Dir dringend, mit der Annemarie Eggert vorher auszumachen, daß sie im Höchstfalle bis 22 bleibt. Sonst kampiert sie bei Dir bis zur letzten Elektrischen.
Um gelegentliche Rückgabe des autobiographischen Manuskriptes werden Ew. Gnaden höflich gebeten.
Eine so poetische Weihnachtsverabredung wie voriges Jahr Bietigheim können wir diesmal nicht treffen. Ich muß am 27.12. in Bad Boll reden. Aber ich hoffe sehr, am 8.I. mindestens über Mittag in Heidelberg sein zu können.
Strenge Dich weder mit Briefen noch mit Paketen für Weihnachten an! Niemand kann es von Dir erwarten. Ich werde mich auch bemühen, die unverkennbare Besserung meines Befindens durch die Festzeit "hindurchzuretten." Lange Briefex) [Kopf] x) Einen sehr langen habe ich allerdings soeben an Lore geschrieben, die wohl v. Heyses beauftragt war, das Gelände <li. Rand> abzutasten. können in dieser <li. Rand> Zeit nicht geschrieben werden. Zwischen uns steht ja doch alles fest! Die Hintersassen grüßen. Ganz besonders
<re. Rand>
mit immer gleichen warmen Wünschen
Dein
Eduard