Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 29./31. Dezember 1953 (Alpirsbach/Im Löwen)


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Alpirsbach, im Löwen
den 29.XII.53
M. L!  Wir sind wohl auch hier manchmal eingekehrt, allerdings nie im Winter und nie über Nacht. Innen ist alles recht nett. Aber länger als 1 Tag möchte man bei dem Matschwetter nicht bleiben.
Wir sind am 3. Feiertag 14.40 von Tüb. abgefahren. Dort holte uns das Auto nach Bad Boll ab. Die Akademie ist jetzt in einem großen Privathaus. Leitung: der ehemalige Studentenpfarrer Stroh, Teilnehmer etwas 90, halb u. halb. An meinen Vortrag schloß sich abends noch eine Diskussion, die nicht sehr in die Tiefe ging (Durchschnittsalter 22–24.) Dann noch gemütliches Beisammensein bis ½ 24.
Gestern früh eine Bibelstunde – aber gelehrt – über I. Korinther 8 und ein gehaltvoller Vortrag von Schomerus, dem jetzigen Leiter der Ev. Akademie Herrenalb. Um 12½ mit Auto bis Göppingen, dort Mittag in der "Türkei"; und nun 4 Stunden
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| Fahrt mit Umsteigen in Stuttgart und Freudenstadt (nasser Schnee) bishierher Abends bei Dr. Rudger Heß u. Frau Annemarie mit Heide (Tochter), Groll (Hund), Jenny (Schwägerin). Es war ganz gute Stimmung. Aber wir beide waren dann auch todmüde. Die Züge fahren unmittelbar am Hause vorbei. Das Zimmer (mit Erker) ist sonst sehr hübsch. Aber wir fahren ja heute Abend um 18 Uhr schon ab – damit 150 Neujahrsgrüße geschrieben werden können
Ich will jetzt ausgehn in die Schlampampe.
Guten Morgen

31.XII.53
Ich war dann noch beim Pfarrer und bei dem fürstlichen Bierbrauer von Alpirsbach. Heide ist wesentlich netter geworden.
Ankunft in Tübingen 20.45. Schluß mit großem Krach.