Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Dezember 1953 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

31.12.53.
Meine geliebte Freundin!
Der gütige Gott, der Dich im heute ablaufenden Jahr behütet hat, nehme Dich auch 1954 in Seinen Schutz!
Ich danke für die lieben Zeilen vom 29.XII. Von jetzt an wirst Du Deine Besuche einschränken, mindestens in der Dunkelheit nicht mehr ausgehn. Hier war es gestern Abend schon erheblich glatt.
Ich widme 2 volle Tage dem Gratulieren, Antworten und Danken. Dann möchte ich mal wieder etwas Gescheites tun. Der Block der Briefe etc. ist schier unüberwindlich. Du wirst daher auch jetzt kein vernünftiges Schreiben von mir erwarten. Ich möchte Dich nur morgen früh pünktlich begrüßen, wozu nun die Rohrbacher Post noch das ihrige tun muß.
Wenn Du Gelegenheit dazu hast,
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| erwidere doch in meinem Namen die freundlichen Glückwünsche von Frl. Héraucourt, über die ich mich sehr gefreut habe. Aber ich habe die Adresse nicht.
Noch einmal bitte ich Dich herzlich, Dich mit dem Kalender nicht zu quälen. Ich kann der alten Rahmen beibehalten – wie wir's doch auch im Leben tun – und nur die 365 Zettel neu hinauftun. Das Gleiche gilt vom Briefschreiben. Niemand wird Dir übelnehmen, wenn Du Dir Zeit läßt oder garnicht schreibst.
Gestern Abend waren wir noch bei Marta Wais. Sonst haben wir nicht viel vor. Die Landschaft ladet jetzt nicht ein, und Alpirsbach war nicht ganz billig. Auf die Mittagsstunde am 8.I. freue ich mich.
Ich grüße Dich mit 1000 Wünschen, die nicht spezifiziert zu werden brauchen, da sie aus Einem Gefühl <sic., L.S.> kommen. Susanne und Ida schließen sich an. Gratuliere für mich der Familie Wüst.
Innigst Dein
Eduard