Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 25. Juni 1953 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 25. Juni 1953.
Mein liebes Herz!
Du weißt es, daß ich immer mit meinen treuen Wünschen bei Dir bin, und wenn es möglich wäre, würde das an Deinem Geburtstage noch mehr der Fall sein! Vor allem ist es mein Wunsch, daß es Dir bald gelingen möge, Deine Kräfte und Dein Pflichtgefühl in ein gutes Gleichgewicht zu bringen. Denn Du darfst Dich nicht von der sinnlosen Hast der Gegenwart hinreißen lassen, Deine Stimme der Besinnung ist zu notwendig. – Ich war so froh, Dich bei der Rückkehr von Bonn diesmal
[2]
| nicht so übermüdet zu finden, und hörte gern, daß zunächst keine weiteren Vorträge bevorstehen. So wirst Du hoffentlich etwas Kräfte speichern können.
Die Grüße unzähliger Menschen, denen Du hilfst, den Sorgen der Zeit mit immer neuer Hoffnung entgegen zu treten, werden Dich erfreuen und Dir das tröstliche Gefühl Deines Wirkens geben.
Wenn bei Euch ebenso abscheuliches Wetter ist, wie hier, werdet Ihr kaum am 27. irgenwo in schöne Natur entfliehen können. Aber Blumen werden Dir ins Haus kommen und vielleicht auch Rosen? Ich schickte Dir gern einen ganzen Korb voll, nimm vorlieb mit diesen Stellvertretern und dem übrigen Kleinkram. Ein Brief kommt <li. Rand> gesondert, heut nur noch herzliche Grüße an Susanne u. Ida.
<Kopf>
Dich selbst grüßt in Liebe und Dankbarkeit mit innigen Wünschen
Deine Käthe.