Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. August 1953 (Heidelberg)


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<Der Brief wurde von Käthe Hadlich diktiert>
Heidelberg, den 30.8.1953.
M. l. Fr.
Durch Zufall habe ich diese Karte zur Verfügung. Meine Schwester schickte sie aus Tegel direkt. Wir beide wissen, was Humboldt uns bedeutet. Jetzt berichtet Dir eine Leidensgenossin, daß ich die Bleistiftkrakel selbst gemacht habe mit der rechten Hand, die von Anfang an beweglich war. Vom Ellenbogen an nach oben liege ich noch völlig fest und auch ein Heben des Unterarms ist unmöglich. Im übrigen geht es mir tadellos und ich
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| werde mit dem Bewegen langsam beginnen.
Besonders erfreut hast Du mich durch den Brief, – der heute eintraf und für den ich sehr danke, – mit der ersten eingehenderen Nachricht über Dein Befinden. An sich erfreulich ist sie ja nicht direkt. Aber ich verspreche mir entschieden Gutes, wenn Du Dr. Recknagel in Reuttlingen konsultieren würdest, der als vorzüglicher Arzt gerühmt wird durch seinen persönlichen Einfluß. Als gutes Mittel gegen Herzbeschwerden habe ich
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| immer Atemgymnastik empfunden. Das habe ich besonders am 23.! gebraucht. Jetzt ist es kaum mehr nötig – "und ich dulde still".
Länger will ich die Schreiberin nicht bemühen.
Ich bin froh, daß Du vorläufig die Herreise nicht unternimmst. Besucher werden eigentlich zu jeder Zeit hier angenommen, müssen nur gelegentlich einige Minuten das Zimmer verlassen.
Nur noch viel herzliche Grüße an Susanne und Ida.
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| Dir noch einmal vielen Dank und gute Wünsche.
In stetem Gedenken
D. K.

[] Gemeinsame Firma:
Gerda Gramling, Lehrerin,
Kollweiler/ Kr. Kusel.
Käthe Hadlich.