Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 1. Oktober 1953 (Heidelberg/Chirurg. Klinik)


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Heidelberg. Chirurg. Klinik.
1. Oktober.
Mein geliebter Freund!
Endlich kann ich Dir Bescheid geben über meine Übersiedelung. Es wird also bis zum Mittwoch, d. 7.10. dauern. Du findest mich also nach wie vor am alten Fleck. Es tut mir leid, denn ich hatte gehofft, Dein Besuch würde mir über die Veränderung hinweg helfen, und es wäre hübscher gewesen für uns beide. Aber es nicht schlimm, denn die Strenge mit den Besuchsstunden ist schon vorbei, und außerdem bin ich jetzt fast den ganzen Tag auf, sodaß wir auch ins Freie gehen können. – Zu jeder Tagesstunde
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| werden Ausnahmebesucher zugelassen. Es hatte nur damit überhand genommen. Du weißt ja, daß wir besonders respektiert werden, also laß mich nicht aus unnötiger Rücksichtnahme Mangel leiden! Also, wie es Dir paßt: Sonntag, gegen Abend und ganz sicher Montag vormittag! Wie ich mich freue!!
Es ist nun auch wirklich Zeit, in andere Umgebung zu kommen, denn die Fortschritte gehen einem zu langsam.
Ich werde morgen mit meinen Gedanken Deine Reise begleiten und wünsche Dir in Jugenheim recht erfreuliche Zeit. Und dann: auf Wiedersehen!
Mit innigen Grüßen und Wünschen
Deine
Käthe.