Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 18. Oktober 1953 (Kümmelbacher Hof)


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Kümmelbacher Hof. 18.X.53.
Mein geliebter Freund!
Ich schreibe nur, um Dich in Heidelberg zu begrüßen. Hoffentlich hast Du ja in Bremen meinen Brief in Bremen trotz der falschen Hausnummer bekommen, und Du weißt also, daß ich jetzt im Neubau, Zimmer 109 hause. Die ersten zwei Tage schien herrliche Sonne, und der Blick vom Balkon war entzückend. Dann kamen zwei Tage mit dickem Nebel und der Dilsberg blieb unsichtbar – heute, Sonntag, ist eine Wolkendecke, aber im Tal leichter Dunst, doch bisher kein Regen. Hoffentlich gibt es in Münster auch günstiges Wetter und Deine Reise verläuft überhaupt so angenehm wie die Hinfahrt. Ich schicke dies in die Bunsenstr. und hoffe sehr,
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| es trifft Dich bei gutem Befinden, damit Du mich ohne große Anstrengung besuchen kannst. Ich erwarte Dich wie voriges Mal [über der Zeile] ? etwa um 10 Uhr, denn ich bin ja jetzt allein im Zimmer und kann dann Ordnung haben! Alle Besucher waren mit mir froh über den verbesserten Aufenthalt und ich erwarte Dich mit Ungeduld, und möchte von Dir hören, daß ich auch in der Erholung Fortschritte mache. Alles Weitere können wir ja besprechen. Wie froh und dankbar bin ich in der Erwartung, Dich übermorgen zu sehen!
Da wurde ich unterbrochen und nun kann ich nur noch viele, viele Grüße anfügen und sagen: auf gutes Wiedersehen.
In treuem, stetem Gedenken
Deine
Käthe.