Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 30. Oktober 1953 (Kümmelbacher Hof)


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Kümmelbacher Hof. 30.X.53
Mein geliebter Freund!
Auch bei Euch wird seit gestern ein gründlicher Landregen herrschen. Tag und Nacht hört man es plätschern. Da war es tröstlich, daß gestern Dein lieber Brief mit dem freundlichen Schreiben von Schmeil kam, und ich nachmittags die Verbindung anknüpfen konnte. Ich wurde an Frau Schmeil gewiesen, der ich die Bitte vortrug, am Samstag vormittag mit dem Auto befördert zu werden. Sie glaubte, daß das möglich sein würde, doch soll ich heut noch einmal anrufen. Es ist nun mal das Schicksal dieser letzten Monate, daß meine Pläne immer nur bedingt genehmigt werden, aber schließlich ging es doch immer; es sollte nur nicht ohne Spannung gehen! —
Ich muß dann anschließend noch an
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| Hedwig Mathy telefonieren, die leider nicht den definitiven Entscheid mitnehmen konnte. Denn sie will mir wieder bei dem "Umzug" (nach Max-Wolf-Str. 10, bei Frau Hecht-Wendling) helfen. –  – Ich glaube wirklich, das wird ein ganz gesunder Übergang ins rauhe Leben sein.
Daß Du den Familienbesuch noch vermeiden konntest, ist wirklich gut. Denn ich verstehe gut, daß Du endlich einmal nach Ruhe Verlangen hast nach all dem vielen Reisen. Ich bin froh, daß Susanne Dir dazu verhelfen konnte.
Deine lieben, sorglichen Ratschläge werden alle getreu beachtet. Ich würde gern heut noch allerlei erzählen, aber ich möchte den Brief noch in den Kasten bringen vor der Abholung.
Ich freue mich Näheres über die Seminar-Ankündigung zu hören und melde umgekehrt, daß meine "Übungen" so weit fortgeschritten sind, daß ich mir ganz leidlich die Haare machen kann.
Mit herzlichen Grüßen an Dich und Deine lieben Hausgenossen denkt auch unter diesem dunklen Himmel beständig in Glück und Dankbarkeit
Deine Käthe.