Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. Juni 1954 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
RÜMELINSTR. 12>

4. Juni 54.
1922 m. Vater †.
Meine geliebte Freundin!
Die unablässigen Gewittergüsse machen entsetzlich müde. Daher nur ein kurzer Pfingstgruß. Nachdem die Begegnung am Dienstag so "unhübsch" gestört worden ist, besteht "eine gewisse", d. h. aber in diesem Falle noch ungewisse, Aussicht, daß ich am Samstag 12. Juni wieder durch Heidelberg durchkomme. Das Reisen wird allmählich ein bißchen viel, zumal, da dann immer unbeschreiblich große Packen Post hier liegen.
Also heute nichts als herzliche Wünsche für ein erfreuliches Pfingstfest mit erträglichem Wetter!
Seit der Ankunft hier hat eine Senatssitzung von über 5 Stunden Dauer stattgefunden. Nieschling kann heute nach 10 Wochen Klinikaufenthalt nach Hause fahren. Über einen heute vom "gesamtdeutschen Kaiser"
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| erhaltenen Telephonanruf werde ich mündlich berichten.
Für die <unleserliches Wort> und die Chokolade möchte ich mich noch geziemend bedanken.
Ich hoffe, daß Du auch jetzt noch heizen läßt, wenn die Abkühlungen zu stark werden. Auch sonst bitte ich um Vorsicht in allem. Wir drei hier grüßen herzlich.
Innigst Dein
Eduard.