Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. August 1954 (Heiden bei Rorschach, Postkarte)


[1]
|
Heiden bei Rohrschach, 23. August 54.
M. L!  Ab heute hast Du wohl wieder den gewohnten Tageslauf. Leider wird die Familie Wüst auch nicht viel von ihrer Reise gehabt haben. – Herzlichen Dank für 2 liebe Briefe! Du mußt Dir vorstellen, daß wir hier aus dem Katastrophenwetter kaum herauskommen. Von Freitag bis gestern Sonntag hat es bei meist starkem Wind fast ununterbrochen geregnet. Auch heute noch
[2]
| schüttet es von Zeit zu Zeit. So bedeutete es kein Opfer, 70 Seiten Korrekturen vom Jahresbericht der DFG zu lesen. Auch die ungeheure nachgesandte Briefpost brachte Beschäftigung genug. Bei Tisch haben wir neuerdings angenehme Gesellschaft. Aber wir sind im Hause wohl die einzigen unsrer Nation. – Da alle Unternehmungen verschoben werden mußten, könnte diese Woche recht belebt werden (St. Gallen, Trogen, St Anton) Am Montag den 30. August früh wollen wir hier fort. Vielleicht kommt dann noch ein Treffen mit Zollingers in Ermatingen oder Mannenbach (!) So habe ich wenigstens vorgeschlagen. Irgend eine kleine Allonge ist geplant, da wir hier nicht allzu viel gehabt haben. Als Adresse kann die hiesige längstens bis 30.8. früh gelten. – In diesen Tagen haben wir wieder ein Jubiläum (51) und morgen Jubil. (50) meines ersten Besuches in Tübingen.
Die Stille hier – relativ autolärmlos – bleibt wohltuend; die Luft wirkt auch gut, ist aber oft elektrisch. Alle mög<li. Rand>lichen Autostraßen in der Schweiz sind gesperrt (z. B. auch die Verbindung mit Oesterreich bei St. Margarethen.)
< Kopf> Wir wünschen Dir ein gutes Befinden und <re. Rand> grüßen herzlich. Deine E. u. Sus.