Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 2. April 1954 (Heidelberg)


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Heidelberg. 2. April 54
Mein geliebter Freund!
Daß Du lieber am Sonntag nicht kommen willst, halte ich für gut. Aber die Verschiebung von 3 Tagen leuchtet mir für Dein Befinden garnicht ein. Wenn ich nur wüßte, worin der Mangel besteht? Kann das so von Tag zu Tag wechseln? Überhaupt bedrückt es mich, daß Du Dir diese Strapaze zumuten willst. Wäre es nicht besser, wenn wir erst bessere Jahreszeit abwarten? Und muß denn diese Fahrt an einem Tage hin und her sein? So ist doch eigentlich überhaupt kein Ausruhen möglich. Und für die "Unterstützung" ist der Termin absolut nicht eilig, Du weißt doch, daß ich immer eine Reserve habe.
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| Um die Osterzeit gibt es auch, glaube ich, in der Woche Sonntagskarten. — Aber Du wirst schon wissen, wie es Dir recht ist.
Habt Ihr nicht vor, zusammen irgendwie fortzugehen? Es wäre doch wohl für beide nötig.
Ich sehe dem Besuch von Erika mit mehr Freude und Ruhe entgegen, da er nun nicht zufällig mit Deinem Kommen kollidieren kann!
Außerdem ist die Familie eben ungewöhnlich für mich interessiert: noch nach meinem letzten Schreiben [über der Zeile] an Dich bekam ich eine Anfrage, ob ich die Tochter der Schwester von Anneliese Malcus, jetzt v. Schlotheim für ein paar Tage aufnehmen wolle!!, die hier als Studentin Zimmer suchen will. Ich habe sofort mit deutlicher Begründung abgelehnt. Sie kommt am 27. April, und die gute Frau Buttmi will sie beherbergen. Doch das ist mir ja alles garnicht so wichtig, ich habe nur solch großes Verlangen, mal wieder etwas in Ruhe mit Dir zusammen zu sein!
Aber nicht auf Kosten Deiner Gesundheit! Ich grüße Dich mit innigen Wünschen und grüße auch die hoffentlich von der Grippe Genesenen.
Deine Käthe.