Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 13. August 1954 (Heidelberg, Postkarte)


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Heidelberg, 13.8.1954. M. l. Fr. Mit Freude erhielt ich Deine liebe Karte vom 9.8. die von einer glatten Reise und befriedigender Wohnungssuche berichtet. Der Name des Hotels scheint mir eine gute Vorbedeutung. Leider ist aber der Wettergott nicht so günstig gelaunt. Auch hier beginnt meist der Tag mit blauem Himmel und setzt dann mit mehrfachem Regen ein. Aber man hofft unermüdlich, ich auch für Euch mit. – Soeben sind [über der Zeile] ist hier die fünfköpfige Familie auch zusammen abgereist und ich habe also das Feld für mich. Aber sehr viel Vorteil werde ich dabei nicht haben, denn der Balkon ist bei der Temperatur nicht viel zu benutzen. Gestern abend waren Frl. Reinhard u. Dr. N. M. da, aber von den anderen Freunden werde ich wenig sehen: Hedwig M. muß bei ihrer herzkranken Schwester die verreiste Tochter vertreten, Frau Héraucourt liegt selbst fest zu Bett und ich besuche sie öfters. Auch Frau Buttmi ist mit Besuch und Hausarbeit voll in Anspruch genommen, so bleiben mir zu menschlichem Umgang Frau Heinrich und Schwester sowie Frl. Specht, die ich zuweilen aufsuche. Trotzdem vergehen die Tage schnell bei wenig Tätigkeit.
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| Heut habe ich noch Essen zu wärmen, aber künftig werde ich wahrscheinlich in dem sehr gelobten Lokal mit Frl. Reinhard mein Heil versuchen. Ich habe mancherlei gelesen, auch das täglich Neue, wenig erfreuliche. Aber hauptsächlich wandern meine Gedanken auf freundlicheren Wegen und sonst schlafe ich viel. Hoffentlich gibt es in Heiden lohnende Wege ohne viel Steigung, denn sonnige Bänke werden kaum zu haben sein. Mit den herzlichsten Wünsche für gute Erholung heut nur diesen dürftigen Kartengruß und Dank. Brief folgt!
<li. Rand>
D. K.