Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 21. Dezember 1954 (Heidelberg)


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<der Scan ist kaum lesbar, höchstens "erahnbar", da mit Bleistift geschrieben und nicht richtig durchgedrückt – Korrektur also ohne Gewähr>
Heidelberg. 21.XII.1954
in der Rose!
Mein geliebter Freund!
Es hat sich die Aussicht zum Besseren aufgetan. Ich war heut um ½ 10 Uhr im Büro des Herrn Rentsch, und nach längerem Warten konnte ich ihn ausführlich sprechen. Er hat alle Hoffnung, mich mit sozialer Unterstützung in dem Zimmer an der Anlage unterzubringen. Ich denke aber, daß ich ihm nochmals betone, auch dann diesen Plan für das Zimmer in meinem Namen festzuhalten, [über der Zeile] wenn die soz. Fürsorge versagte denn Du würdest ganz bestimmt für mich eintreten. – Auf seine Anweisung hin, suchte ich das Heim an der Anlage auf. Es ist nicht nach dem Berg zu, sondern man sieht auf den Bunsen. Geleitet wird dies Heim von einer Schwester Maria, die ein wohltuendes Wesen hat, menschlich natürlich, nicht betont christlich. – Gekocht wird im Haus und Ofenheizung wird besorgt. Zimmergröße reichlich 4 zu reichlich 5 m. Ich hatte den Eindruck, daß man es dort auf die
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| Dauer aushalten kann. – Beim Rückweg begegnet mir in der Hauptstraße Hedwig M., die mir von Leuten erzählt, die dort lange sehr zufrieden waren. – Nun werde ich morgen versuchen, auch noch die Frau Koop? irgendwie zu erreichen, um mir Gewißheit über das Kündigungsrecht zu verschaffen. Herr R. will eine Überbrückungsmöglichkeit für den Umzug am 1. Februar einrichten. Ich habe aber auf alle Fälle meine Bereitwilligkeit für Kosten betont. Ich habe ja etwas auf den verschiedenen Sparkassen. Jetzt hoffe ich, diesen Brief noch zur 2 Uhr Post zu bringen, darum nur noch viele, viele Grüße. Definitive Antwort erst nach den Feiertagen nötig von mir an Herrn R. Ich denke aber, es wird Dir recht sein, wenn ich zusage?
Deine
Käthe.