Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. März 1955 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

6. März 55.
15 Uhr
Meine geliebte Freundin!
Dein zufriedener Bericht über den Geburtstag und sonst hat mich sehr erfreut und weiter über Deine Situation beruhigt. Betrübt hat mich nur, daß auch der Abgesandte von Hermann "keine glückliche Hande gehabt" und bei Dir Mißbefinden verursacht hat.
Heute ist nun bei mir großer Arbeitstag. Die Zeit reicht leider nur zu der geschäftlichen Mitteilung: Ich fahre am Freitag, 11.III. hier ab, bin den ganzen Samstag in Königswinter und muß am Sonntag hierher durchfahren, weil ich am 14., 15. u. 16.III vorm. und nachm. Prüfungen habe. Für uns kommt also nur eine kurze Begegnung heraus, die den Vorzug haben wird, Dich nicht anzustrengen. Du kannst
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| regulär zu Hause Mittag essen und Deine Mittagsruhe halten. Gegen 14½ werde ich zum Kaffee in oder außer dem Hause bei Dir sein, und wir haben dann ca 2 Stunden. Ein anderes Mal komme ich für länger. Diesmal verbieten es die Prüfungstermine.
Das Übliche bringe ich mit und hole mir den Brief v. Drechsler.
Auch in diesem Jahr möchte ich daran erinnern, daß man im Frühling dem Herzen möglichst wenig zumuten soll. Sonst kannst Du von Deinem Hause hinter der Bahn in 5 Minuten auf einem Waldweg sein, der allerdings zunächst steigt.
Gestern war Flitner sr. hier. Da ungefähr 4 Sachen von mir neu (oder wieder) erschienen, muß ich ziemlich stark arbeiten, was dann leider durch Abzug vom Briefschreiben kompensiert werden muß.
Mit all den warmen Wünschen, die Du kennst, und vielen Grüßen vom gesamten Hause
Dein getreuer Eduard

[li. Rand] Versäume nicht, auch Frl. H. Matthy einmal ein kleines Symbol des Dankes zu stiften.