Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8./9. April 1955 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

8.IV.55.
Meine geliebte Freundin!
Zunächst möchte ich Dich zu Ostern herzlich begrüßen und Dir gesunde Festtage wünschen. Sodann möchte ich Dir heute schon, obwohl für morgen erwartete Nachrichten noch etwas ändern können, unser Programm mitteilen. Wir planen, am Mittwoch nach Ostern nachm. hier abzureisen und in Heidelberg zu übernachten. Am Donnerstag früh wäre bei mir Schmeil an der Reihe; dann, so etwa um 10, würde ich zu Dir kommen. Inzwischen besucht Susanne den Onkel und gesellt sich um 12 oder 12½ zu uns. Wir essen bei Dir in der Nähe; danach hältst Du Deinen Mittagsschlaf, und wir fahren nach Kronberg weiter. Dort bleiben wir den 14. 15. 16. 17., siedeln dann aber nach Wolfach oder in die Nähe von Wolfach um. Dies alles mit dem
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| Zusatz "Änderungen des Programms vorbehalten".
Der Minister hat sich zu keiner Änderung des Prüfungsergebnisses von Christiane entschließen können. Dieser Schatten wird also über dem Zusammensein bleiben.
Am Dienstag war erst – in gewohnter Eile – der Herr Senator hier; danach Litt, der es angenehm empfand, sich bei uns aussprechen zu können. Ich habe noch eine Riesendissertation in der Hauptsache bewältigt. Das ist gut; denn das Programm für den Mai ist schon recht bunt, und ich muß doch immer sehr vorsichtig mit meinen Kräften verfahren.
Der Staatsekretär v. Bismarck, der in der Drucksache erwähnt wird und den ich auf der Burg Hohenzollern noch einmal gesehen habe, ist in Wiesbaden gestorben. Zu dieser Drucksache habe ich interessant mannigfaltige Antworten, u. a. auch von Heuß.
Bei uns ist heute das übliche schlechte Karfreitagswetter. Morgen wollen wir den Berliner Kollegen Dovifat in Bad Niedernau besuchen.
Ich schließe nur vorläufig mit den <li. Rand> herzlichsten Grüßen, da morgen vielleicht noch etwas hinzuzufügen ist.
Alle guten Wünschen wie stets! Dein Eduard.

[re. Rand] 9.IV. früh.   Herzlichen Dank für noch nicht geöffnetes Päckchen!