Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20./21. September 1955 (Tübingen, Postkarte)


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20.9.
M. L!  Heute um 11 bin ich die 113 Stufen hinter unsrem Hause in die Höhe gestiegen und wohne nun für einige Zeit in demselben Zimmer 4, in dem Nieschling viele Wochen zugebracht hat, mit dem Blick auf unsre Fenster und demselben Lärm wie unten. Es ist eine genauere Untersuchung erforderlich, mit Druckmessungen Tag u. Nacht. – Heute früh erhielt ich noch Deinen lieben Brief. Ich kenne weder das Bild noch den Artikel aus der Illustrierten Woche. – Meine Verpflichtungen für die nächste Zeit habe ich abgeblasen, auch 28.9. in Konstanz, wo ich Litt u. andere gute Bekannte getroffen hätte. Sus. [li. Rand] erwartet den Besuch von Frau Biermann u. Frau Hertz!! – Meinerseits habe ich seit dem Beginn des Schreibens dieser Postkarte Besuch gehabt von 1) dem Klinikpfarrer 2) der Verwaltung (= Kasse.) 3) von Ida. Letztere brachte u. a. einen Dankbrief von Elly Ney für "Hausmusik". Das Heft ist
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| immer noch nicht in der Öffentlichkeit. Für heute nicht mehr. In der Abenddämmerung sehe ich die Alb v. meinem Fenster in herbstlicher Stimmung. Innigst
Dein Eduard.

21.9.  7 Uhr. Der erste Tagesturnus ist vollendet. Blutdruck wieder zu hoch Temperatur merkwürdig tief. Tausend Grüße! D. O.