Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 25. September 1955 (Tübingen, Postkarte)


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Tübingen, den 25.9.55.
M. L!  Diese Karte wird rechtzeitig genug eintreffen, um die liebe Frau Prof. Biermann und Dich gemeinsam zu grüßen. Die Untersuchungen nach höchst geistvollen Methoden sind hier Tag und (teilweise) Nacht fortgegangen. Nun ist auch die interne Gesamtuntersuchung angeordnet, und so teile ich mich die nächsten Tage zwischen der Inneren Klinik –  – [Unterbrechung wie am Tage 30 male] und der Augenklinik. Das Leben hier im Hause ist sehr angenehm, lauter liebe Leute. Der Blick über die Stadt ist reizvoll; ich sehe ja ganz gut in die Ferne. Besuch wenig, weil niemand von m. Hiersein weiß. Bisherige Diagnose: Kreislaufstörungen im Gefühlssystem der linken fovea. Medikamentöse Behandlung soll versucht werden. Vorangehen muß aber die Generaluntersuchung bei Bennhold. Blutdruck 185–190 – zu viel. Daneben
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| schwerster schulpolitischer Ärger. Man sehnt sich aus dem ganzen Kram gründlich heraus. "Sonst nichts Neues!" Viele herzliche Wünsche und Grüße Dein Eduard