Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 10. Februar 1955 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 10.II.55.
Mein geliebter Freund!
Es ist die höchste Zeit, daß ich Dir endlich schreibe, aber immer kommen irgend welche Hindernisse meiner Absicht in den Weg. Heute nun war es Frau Mehner (s. Knaps – Anilin) die gewiß eine Stunde gemütlich bei mir saß, das Zimmer bewunderte und alles Verständnis für die Notwendigkeit dieser geglückten Übersiedelung hatte. –  – Es ist weiter alles normal verlaufen, aber die Tage waren noch recht ausgefüllt, ohne daß ich nennenswerte Fortschritte sehen kann. Einmal war ich in Rohrbach, nicht St. Peter, sondern Dörsam und Frau Heinrich, bei der ich wichtige Papiere abholte; Frau Buttmi war, wie meist, nicht anzutreffen. –  – Hier im Haus habe ich viel Besuch bekommen, und ich war auch mehrmals in der Nähe zu Besorgungen. So heute zweimal beim Installateur, wegen der Licht- u. Kochkabel.
[2]
|
Aber erst mußte ich mehrmals mahnen wegen des Umstellens vom Strom im elektr. Kocher, und nun warte ich vergeblich auf das Lichtkabel. So muß ich die Lampe auf die Platte vom Sekretär stellen und sitze nun da an dem Platz, den auch Du s. Z. in der Rohrbacher Straße manchmal benutztest. – Du wirst Dir ja denken, daß überhaupt die Erinnerung an Dich mich bei allem umgibt. Wie einzig schön ist es, daß Du mir dies neue Zimmer nun durch Deine liebe Gegenwart eingeweiht hast. Es gefiel mir ja von Anfang an, aber jetzt ist mirs heimisch. Es sieht auch schon ganz ordentlich aus, aber in den Schränken ist noch ein wüstes Durcheinander. Aber das geht nicht auf einmal und meine alten Knochen sind zunächst von den ersten Ansturm etwas mitgenommen, sodaß ich Ruhe halten muß. Auch kommt die Müdigkeit jetzt etwas nach, auch im Kopf. Darum verzeih den kurzen Zettel, der Dir nur sagen soll, daß es mir gut geht, daß ich dankbar und zufrieden bin, und bei allem, was ich, tue Deiner Ratschläge gedenke, <li. Rand> überhaupt immer in Liebe bin
Deine Käthe.

[Kopf] Viele Grüße auch an Susanne und Ida.
[li. Rand S. 1] Ausführliches über die Bedingungen nächstesmal. Es ist alles gut geregelt.