Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Juni 1955 (Heidelberg)


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Heidelberg. 24.VI.55.
Mein geliebter Freund!
Zum Geburtstag möchte ich doch so gern mit einem Zeichen meines treuen Gedenkens bei Dir sein, aber wohin könnte ich schreiben? Ich erfuhr nur, daß Du nicht "zuhause" sein werdest, aber nicht, wo Dich ein Gruß erreichen würde. So will ich auf alle Fälle versuchen, Dich noch vorher zu erreichen, obgleich Du ja weißt, daß eigentlich meine treuen Wünsche beständig um Dich sein werden, am 27. Juni – und immer. Mögest Du auch im neuen Lebensjahr in freudiger Gewißheit und Gesundheit Dein segensreiches Wirken fortsetzen, und möge der Erfolg Deiner unermüdlichen Arbeit Dir sichtbar und dankbar entgegenkommen.
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Ich habe mich sehr besonnen, ob ich denn garnichts mehr habe, womit ich Dir eine Freude machen könnte; irgend etwas von wirklichen Wert, was mir lieb wäre! Aber nichts wollte sich finden lassen. So nimm vorlieb mit diesem Scherz alter Beziehungen: der Rose. Die sächsische, leider keine lebende, hast Du mir einmal s. Z. noch in Berlin gegeben, die Rohrbacher bekam ich dieser Tage, und die dritte wirst Du auch noch in Erinnerung haben: von Ilmenau. Möchte ich Dir bald einmal wieder eine natürliche schenken können!
Sei innig gegrüßt, und grüße auch von mir!
In immer gleicher Liebe
Deine
Käthe.